Metalle im Möbeldesign: Stahl, Edelstahl und Aluminium
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Metall gehört heute zu den meistverwendeten Werkstoffen im Möbelbau. Die Auswahl ist groß und die Verarbeitungsformen sind es ebenso, doch im Möbeldesign dominieren zwei Metalle: Stahl und Aluminium. Beide lassen sich formen und bleiben dabei belastbar – eine Kombination, die Gestaltern Spielraum gibt.
Stahl: Eisen mit wenig Kohlenstoff
Stahl verbindet Eisen mit einem sehr geringen Anteil Kohlenstoff. Der Begriff selbst ist kein Wort des Handels: DIN EN 10020:2000-07, die deutsche Fassung von EN 10020:2000, trägt den Titel „Begriffsbestimmung für die Einteilung der Stähle“ und regelt damit sowohl den Begriff als auch die Einteilung. Im Möbeldesign fällt die Wahl oft auf Stahl, weil er den Belastungen des Alltags standhält und sich mit praktisch allen anderen Materialien verträgt – Holz, Polymere, Glas.
Unter bestimmten Bedingungen, etwa bei dauerhaftem Einsatz im Freien, korrodiert Stahl. Dann braucht es entweder eine Korrosionsschutzbehandlung oder gleich einen nichtrostenden Stahl.
Nichtrostender Stahl: eine Familie, kein einzelner Werkstoff
Es gibt nicht den nichtrostenden Stahl, sondern eine ganze Familie. DIN EN 10088-1 führt sie in einem eigenen Verzeichnis auf und gibt für jede Sorte die chemische Zusammensetzung an. Wie weit diese Familie reicht, zeigt der Änderungsvermerk der Ausgabe 2024: Neu aufgenommen wurden Sorten aus den Gruppen der austenitischen, der austenitisch-ferritischen, der ferritischen und der martensitischen Stähle – Gruppen, deren Verhalten sich deutlich unterscheidet.
Für Gestalter wie für Nutzer hat der Werkstoff mehrere Vorzüge. Wie einfacher Stahl ist er fest, in der Wärme aber gut formbar, was ungewöhnliche Entwürfe erlaubt, ohne die Konstruktion zu schwächen. Und er verlangt keine besondere Pflege: Tuch, Wasser, Seife. Wichtig ist nur, zügig mit einem Mikrofasertuch nachzutrocknen, damit keine Ränder zurückbleiben.
Aluminium: leicht, formbar, einfärbbar
Aluminium ist sehr leicht. Es lässt sich mühelos formen und verformen, was sehr unterschiedliche Geometrien möglich macht. Optisch überzeugt es zudem, weil es sich durch Eloxieren oder Pulverbeschichten in verschiedenen Farben ausführen lässt. Da es Licht reflektiert, bringt es Helligkeit in den Raum. Für die Pflege genügen Wasser und ein Tuch, um den Glanz aufzufrischen; bei einem Fleck hilft etwas Natron in lauwarmem Seifenwasser.
Was am Ende der Lebensdauer passiert
Metall ist an eine Verwertungskette angeschlossen, die funktioniert – und die noch Reserven hat. Eine 2022 veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts hat untersucht, was neuartige Sensorsortiertechnologien bei der Schrottaufbereitung bringen würden: Beim Aluminiumrecycling ließen sich allein in Deutschland im Jahr 2030 je nach Szenario zwischen rund 200.000 und 290.000 Tonnen Primärmaterial und damit 5,0 bis 7,2 Millionen Tonnen CO₂ einsparen, eine Minderung von etwa 90 Prozent. Beim Stahlrecycling wären es rund 60 Prozent. Das Problem, das die Studie beschreibt, ist das Vermischen von Schrottsorten unterschiedlicher Legierungen in der Schmelze – ein Qualitätsverlust, den sie als Downcycling bezeichnet.
Ein Möbel aus Metall zu wählen heißt also, ein Material zu wählen, das diese Kette hat. Ein für sich genommen neutraler Schritt für die Umwelt ist es damit nicht.
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Richtig oder falsch: was die Normen über Metalle sagen
Frage 1 / 3
Das Wort „Stahl“ ist genormt definiert, nicht bloß ein Begriff des Handels.
DIN EN 10020:2000-07, die deutsche Fassung von EN 10020:2000, trägt den Titel „Begriffsbestimmung für die Einteilung der Stähle“. Der Begriff und seine Einteilung sind damit Gegenstand einer europäischen Norm und nicht der Werbesprache eines Herstellers.
Frage 2 / 3
Alle nichtrostenden Stähle sind gleichwertig, Hauptsache es ist Edelstahl.
DIN EN 10088-1 führt die nichtrostenden Stähle Sorte für Sorte auf – 80 Seiten, jeweils mit chemischer Zusammensetzung. Die Ausgabe 2024 nahm neue Sorten in den Gruppen der austenitischen, austenitisch-ferritischen, ferritischen und martensitischen Stähle auf. Die Sorte ist die nützliche Angabe, nicht das Wort.
Frage 3 / 3
Korrosionsbeständigkeit lässt sich nur mit Adjektiven beschreiben.
Für Schlösser und Baubeschläge legt DIN EN 1670 fünf Klassen des Korrosionsverhaltens fest (1 bis 5) sowie eine Klasse 0 ohne Anforderungen, auf Grundlage der neutralen Salzsprühnebelprüfung nach DIN EN ISO 9227. Eine Klasse lässt sich nachprüfen, „behandelt“ nicht.
Häufige Fragen
- Was unterscheidet Stahl von nichtrostendem Stahl?
- Beides sind Stähle im Sinne von DIN EN 10020, der Norm, die den Begriff bestimmt und die Einteilung der Stähle regelt. Die nichtrostenden Sorten haben darüber hinaus ein eigenes Verzeichnis: DIN EN 10088-1 listet sie einzeln auf und gibt zu jeder Sorte die chemische Zusammensetzung an, verteilt auf austenitische, austenitisch-ferritische, ferritische und martensitische Gruppen. „Edelstahl“ bezeichnet also eine Familie, keinen einzelnen Werkstoff.
- Wie pflegt man ein Möbel aus nichtrostendem Stahl?
- Ein Tuch, lauwarmes Wasser und eine milde Seife reichen für die laufende Pflege. Trocknen Sie danach sofort mit einem Mikrofasertuch nach: Es sind die Tropfen, die von allein trocknen, die sichtbare Ränder hinterlassen. Scheuerpulver und Stahlwolle zerkratzen die Oberfläche und bleiben deshalb weg. Auf einer gebürsteten Fläche wischen Sie in Richtung des Schliffs statt kreisend, dann bleibt das Bild gleichmäßig.
- Aluminium oder Stahl für ein Möbel, das draußen bleibt?
- Die Frage ist weniger das Metall als die Sorte und die Oberfläche. Verlangen Sie vom Hersteller die genaue Stahlsorte im Sinne von DIN EN 10088-1 oder die Art der Oberflächenbehandlung des Aluminiums – Eloxierung oder Pulverbeschichtung. Fragen Sie zusätzlich nach einem geschriebenen Wert oder einer Klasse statt nach dem Hinweis „für außen behandelt“, dem keine Prüfung gegenübersteht.
- Was sollte man einen Hersteller fragen, um die Qualität des Metalls zu prüfen?
- Drei Angaben, und zwar schriftlich: die Sorte der Legierung, die genaue Art der Oberfläche und die angegebene Tragfähigkeit des Stücks. Die Sorte verweist bei nichtrostenden Stählen auf DIN EN 10088-1; die Oberfläche beschreibt man über ein Verfahren, nicht über ein Adjektiv; die Tragfähigkeit ist eine Zahl, für die der Verkäufer geradesteht. Fehlen alle drei, lassen sich zwei Möbel nicht miteinander vergleichen.
